Thüringer Landesverein für Mühlenerhaltung und Mühlenkunde (TVM) e.V.

Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) e. V.

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Liebe Mühlenfreunde,

erfreulicherweise fallen nunmehr kleine Wasserkraftanlagen (also auch unsere Thüringer Wassermühlen) nicht aus dem aktuell beschlossenen EEG 2023.

Die Vergütung für eingespeisten Strom wird auch nach einem Umbau oder einer Modernisierung (z.B. Austausch des Generators  zur Erhöhung des Leistungsvermögens)  weiter gezahlt. Umbauten sind also wieder planbar.

Wir danken Allen, die sich für die Erhaltung der kleinen Wasserkraft eingesetzt haben. Es war ein wichtiger Beitrag für eine stabile Energieversorung und produktionsfähige Mühlenbetriebe!

Der Vorstand des Vereins

Liebe Mühlenfreunde

erfreulicherweise fallen numehr kleine Wasserkraftanlagen (also auch unsere Thüringer Wassermühlen) nicht aus der aktuell beschlossenen EEG.

Das bedeutet, dass die Vergütung aus der EEG-Umlage auch für die kleine Wasserkraft erhalten bleibt.

Die Vergütung sind bei UmbauIModernisierung (z.B. Austausch von Generatoren) also wieder planbar.

Wir danken Allen, die sich für die Erhaltung der kleinen Wasserkraft eingesetzt haben. Ihr einsat war ein wichtiger Beitrag  für eine stabile Energieversorgung und produktionsfähige Mühlenbetriebe!

Im Ursprung wurde das Erz in mit Muskelkraft betrieben Werken verarbeitet. Sie standen in der Nähe der Erzlager, meist an den Abhängen von Bergen. Mit der im 14. Jh. erfunden wasserkraftbetrieben Schmiedehämmer und Blasbälge, wurden die Hammerwerke an Flüsse verlegt.
In den Eisenhämmern wurde das Erz verhüttet. Brennstoff war hier Holzkohle, die mit wasserkraftbetriebenen Blasebälgen zusätzlich angefeuert wurde. Das Eisen wurde in diesen Öfen nicht so flüssig, wie im Hochofen. Er bleib ein „teigiger“ poröser Klumpen und wurde mit Vorschlaghämmer verdichtet., dann maschinell mit Schwanzhämmer mehrfach aus geschmiedet, bis es weiterverwendet werden konnte.
Bereits im 13. Jh. bilden oftmals Schmelzhütte und Eisenhammer, als Weiterverarbeitungsstätte, eine Einheit. Dadurch haben Hammerhütten oft 2 Schornsteine. Einen für den Rauchabzug des Ofens für die Gewinnung des Roheisens und einen für den Schmiedeofen zur Bearbeitung mit den wasserkraftbetriebenen Schwanzhämmer.

Für den Betrieb von Hammerwerken mussten einige Voraussetzungen erfüllt sein. Es musste in der Nähe Erz zur Verarbeitung, Holz zu Herstellung von Holzkohle und Wasser zum Betrieb der Blasebälge und Hämmer geben. Unter anderem waren im Thüringer Wald diese Voraussetzungen erfüllt.

 

 

   

1592 kaufte Tobias Albrecht, die bereits 1482 erwähnte Hammerschmiede an der Ohra. Von ihm hat sie den Namen „Tobiashammer“. Dieser bestand ursprünglich aus 3 großen Eisenhämmern, welche von einem (!) Wasserrad angetrieben wurden.

 

linkes Bild:

Schornstein des Schmelzofens

rechtes Bild:

Gerinne für die Wasserräder

 

 

 

   

Schwanzhämmer mit Kesselpauke

Die mächtige Welle ist mit dem Wasserrad verbunden. Auf ihr befinden sich Nocken, die über einen Hebel den Hammer anheben. Danach fällt er durch sein Eigengewicht herunter und treibet das Kupferblech in die gewünschte Form.

 

 

 

 

Ab Mitte des 19. Jh. wurde die Produktionsanlagen erweitert. es wurde ein weiteres Hammerwerk, sowie ein Walzwerk eingebaut. 

Das große Schwungrad wird durch ein eigenes Wasserrad auf Touren gebracht. Ist die maximale Drehzahl erreicht, so reicht die gespeicherte Energie um ein Blech zu walzen. Danach muss das Schwungrad wieder auf Touren gebracht werden.

 

 

 

 Heute ist der Tobisahammer ein lebendiges, funktionstüchtiges Museum. Jährlich findet ein internationales Schmiedekonsortium statt. Hier werden mit der historischen Technik Kunstwerke hergestellt.

 

alle Fotos: Frank Blaß

  

 Anfangs wurden Eisengeräte, wie Sensen, Pflugschare, Lanzen und Schwerter hergestellt, später kam die Kupferverarbeitung hinzu. So entstanden u.a. Waschkessel, Geschirr und Brauereigeräte. Mitte des 19. Jh. wurde der Betrieb vergrößert und um ein mit Wasserkraft angetrieben Blechwalzwerk erweitert.

 

 

Die Schlotheimer Turmwindmühle, Geschichte – Gegenwart – Zukunft

Es war zu allen Zeiten wichtig, dass für die Versorgung der Bevölkerung mit Mehl genügend Mühlen vorhanden waren. Unser „Thüringer Mühlenpapst“ Alfred Kirsten hat für den Zeitraum von 1850 – 1870 die Anzahl und die Leistung der Mühlen dem Mehlbedarf der Stadt Schlotheim gegenübergestellt.

Die damals tätigen sechs Mühlen (4 Windmühlen mit je 150 t und 2 Wassermühlen mit je 200 t) konnten mit einer jährlichen Vermahlungsleistung von 1000 t Getreide den Mehlbedarf der 3000 Stadtbewohner abdecken. Bei einem Mehlverbrauch Ende des 19. Jh. von ca. 200 kg/Einwohner ergab das einen Gesamtbedarf von 600 t Mehl. Da der Ausmahlgrad damals bei ca. 60 % lag, war die Versorgung der Stadt Schlotheim mit Mehl gesichert.

Die letzte verbliebene Schlotheimer Mühle

 

Die Windmühle wurde 1861 als zweigeschossiger Erdholländer von Friedrich Rauch, dem Müller der Göpelmühle des Hopfgartschen Rittergutes, errichtet.

 

Reproduktion: Frank Blaß

 

1907 verkaufte Friedrich Rauch die Mühle an den Müller Ehrlich und dieser 1919 an den Müller Linke. Müller Carl Linke modernisierte die Mühle 1922. Sie wurde um zwei Stockwerke erhöht und eine gebrauchte Haube aus Wittenberge aufgesetzt. Mit dem verbesserten Windantrieb (Volljalousieflügel) wurden gleichzeitig zwei Walzenstühle, ein Plansichter und Reinigungsmaschinen eingebaut. Weitere Modernisierungen erfolgten im Laufe der Zeit. Bis 1949 konnte mit Windkraft gemahlen werden, obwohl in der Zwischenzeit auch Dampfmaschine, Dieselmotor und Elektromotor als Hilfsenergie zur Verfügung stand.
Noch nach dem Kriegsende 1945 wurde Mehl hergestellt und bis 1964 geschrotet.

Das Bild entstand um 1945

Reproduktion: Frank Blaß

Danach wurden alle verwertbaren Maschinen ausgebaut und die Mühle ab 1969 als Lager genutzt. Nach einigen Notinstandsetzungen 1976 und 1981 übernahm das Volkseigene Kombinat Sponeta die Mühle und führte die Sanierung der Kuppel durch.
1992 kaufte die Stadt Schlotheim die Mühle von der Treuhand. Nach ersten Sanierungsmaßnahmen (Reparatur von Türen und Fenstern) stockten die Arbeiten.
In dieser Zeit wurde eine Spinnbahn (Seilerbahn) innerhalb der Stadt umgesetzt. Sie ist ein für die Seilerstadt Schlotheim typisches Gebäude für die Herstellung von Seilen. Zusammen mit der Mühle soll auf dem Gelände ein Museumskomplex entstehen. Das Seilermuseum wurde mit historischen Maschinen der Seilerei und Gurtweberei ausgestattet. Nach seiner Fertigstellung 1999 wurde das Seilermuseum zunächst von der Stadt, dann vom Geschichtsverein betreut.

 

Foto: Frank Blaß

An der Mühle nagte weiterhin der Zahn der Zeit und 2012 stand sie zum Abriss. Unabhängig voneinander bemühten sich die Stadtverwaltung und unser Thüringer Mühlenpapst, Alfred Kirsten, um die Erhaltung der Mühle. Diese Zusammenarbeit hatte Erfolg.
2014 begannen umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Mühle. Das Gebäude wurde gesichert und die Kuppel umfassend instandgesetzt. Die Balkenlage der Böden wurde instandgesetzt und die Fußböden und Treppen erneuert.

     
die Kuppel der Mühle wurde in den 1980-ziger Jahren mit Priolit-schindeln gedeckt. Diesen hat Wetter, Wind und ein Specht zugesetzt Infolgedessen drang Wasser in die Kuppel ein und der Verfall nahm seinen Lauf Die Kuppel wurde saniert und mit Zinkblech beschlagen - Pech für den Specht.
     
 
 die Fugen der Bruchsteinmauer zerfielen  und Bäume siedelten sich an  heutiger Zustand
Die Westwand zeigte Risse und drohe nach außen abzugehen. Um dieses zu verhindern, wurden 3 Carbon-Bandagen um die Mühle gewickelt. Nach dem verputzen des Mühlengebäudes ist davon nicht mehr zu sehen. 
     
ein Blick in die Kuppel vor der Sanierung ... und danach

Damit war die Grundlage für eine museale Nutzung gegeben. Einen wesentlichen Anteil am Gelingen hatte die fachliche Kompetenz von Alfred Kirsten und Rüdiger Hagen. Die von Rüdiger Hagen erstellten Zeichnungen über den Aufbau und die Funktionsweise dieser Mühle stellten eine technische Grundlage für die Instandsetzungsarbeiten dar.
2016 waren diese Baumaßnahmen abgeschlossen.

Nun ging es darum, Leben in die Mühle zu bekommen. Da die Mühle auf dem Gelände des Seilermuseums steht, lag es nahe, dass die Betreuung von Museum und Mühle durch den Geschichtsverein erfolgt.
Da fast alle Müllereimaschinen ausgebaut waren, wurden Maschinen aus Privatbeständen und einer anderen Mühle zur Verfügung gestellt. Diese werden zurzeit in der vereinseigenen Werkstatt aufgearbeitet und danach in die Mühle integriert. Es ist nicht geplant, die Mühlentechnik komplett aufzubauen. Die Nutzung der Mühle wird sich auf die Präsentation einzelner Maschinen und die Dokumentation der Mühlentechnik und Mühlengeschichte konzentrieren. Ziel ist es, Kultur und Technik zusammenzuführen.

     
 diese ILUS M55 wurde im Pferdestall des Schlosses "gefunden". Sie diente als Schrotmühle. Nach der Restaurierung ist sie jetzt in der Mühle
 Unsere jetziges Projekt. Ein Schrotgang mit Antrieb wird aus einer Scheune geborgen und in der Werkstatt aufgearbeitet

Das Mühlengebäude wurde aufwendig saniert. Für das Erscheinungsbild fehlen nur noch die Flügel und die Windrose. Angedacht sind Stahlflügel ohne den Einbau der Jalousie, da keine Technik angetrieben wird. Es gab bereits Gespräche mit einer Stahlbaufirma, der Unteren Denkmalschutzbehörde und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und es wurde uns umfangreiche Unterstützung in Aussicht gestellt. Das größte Problem bildet, wie so oft, die Bereitstellung der Eigenmittel. Hier sind noch viele Spendenaktionen nötig, um diesen Anteil aufzubringen.

Die Mühle bildet mit dem Seilermuseum eine Einheit, wobei das Seilermuseum mit seiner kompletten funktionstüchtigen Technik der Hauptanziehungspunkt ist.
Das breite Spektrum an Technik und deren Geschichte stellt besondere Anforderungen an die aktiven Mitglieder des Geschichtsvereins. Sie sind Müller, Seiler, Weber, Elektriker, Schlosser, Tischler, Ortschronisten, Archivare, Redakteure, Mediengestalter und Museumsführer. Es wird also nicht langweilig.

Geschichte und Technik der Ölmühlen

Neben der Vermahlung von Getreide, hat die Herstellung von Pflanzenöl eine sehr lange Geschichte. Ölmühlen sind seit der griechischen Antike bekannt.
Im 19. Jh. gab es in Deutschland ca. 4000 Ölmühlen. Dies waren meist kleine ländliche Mühlen, die die unmittelbare Umgebung mit Pflanzenöl versorgte. Mit der zunehmenden Industrialisierung wurden immer größere und leistungsfähigere Ölmühlen gebaut und es begann eine Zentralisierung der Ölherstellung. Seit den 1990er Jahren haben sich wieder kleine Ölmühlen mit besonderen regionalen Produkten auf dem Markt behauptet. In seltenen Fällen wird noch auf historischen Anlagen Öl hergestellt.
Uns als Mühlenverein interessiert vorwiegend die historische Gewinnung von Pflanzenöl.

 

Am Anfang steht immer das zerkleinern der Samen, Früchte usw. Dafür gibt es in historischen Ölmühlen 2 Möglichkeiten. Sie können mit Stampfen zu einem Brei zerstampft werden. Hierbei wird über eine mit einem Wasserrad verbunden Nockenwelle eine Stampfe angehoben und fällt durch ihr Eigengewicht nach unten

 

Öl und Graupenmühle Mühlberg

 


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Die ersten Ölmühlen benutzten Keil-Pressen. Hierbei wird der Faserbrei in ein Säckchen aus Pferdehaar gegeben. (Pferdehaar nimmt kein Öl auf) Dieses kommt in die Aussparungen eines sehr stabilen Stammes und mit einem Keil wird das Ganze gepresst. Hierfür schlägt wieder ein Stempel (ähnlich der Stampfen) auf den Keil. Unten läuft dann das Öl heraus. Nachdem der Pressvorgang beendet ist, löst man den Keil und der ausgepresste „Presskuchen“ kann entnommen werden.

 

Die Zweite und effektivere Methode zum Zerkleinern der Pflanzen ist die Verwendung eines Kollergangs. Hier zerquetscht und zerreißen 2 senkrecht laufende Steine die Fasern. Heraus kommt, wie auch bei den Stampfen, ein feuchter Faserbrei. Dieser wird dann gepresst.

alle Fotos: Frank Blaß


Eine andere Methode ist das herauspressen des Öls mittels einer Spindel oder durch hydraulischen Druck. Auch hier wird hochwertiges Öl gewonnen, jedoch ist die Ausbeute gegenüber der Keilpresse höher.
Die ausgepresste Masse wird als „Presskuchen“ bezeichnet und stellt ein hochwertiges Tierfutter das.

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