Thüringer Landesverein für Mühlenerhaltung und Mühlenkunde (TVM) e.V.

Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) e. V.

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Die Geschichte der Sägemühlen

Als Mühle wurde nicht nur die Getreidemühle zur Herstellung von Mehl bezeichnet, sondern auch jede Technik zur Zerkleinerung von Gegenständen, unabhängig von der dafür benutzten Energieart. (Wasser, Wind, Muskelkraft usw.) So gab es neben Getreidemühlen unter anderem auch Ölmühlen, Pulvermühlen, Schleifmühlen und Sägemühlen. Hier wurden Baumstämme zu Balken und Brettern „Zerkleinert“.
In Thüringen wurde hierfür die reichlich vorhandene Wasserkraft genutzt. Dadurch konnten mehr Bäume in einer besseren Qualität verarbeitet werden. Der größte Vorteil war jedoch die enorme Arbeitserleichterung für die Zimmermänner.

 

Die ersten Sägemühlen war das Sägegatter aus Holz und war mit nur einem Blatt bestückt. An kleinen Bachläufen reichte die verfügbare Wassermenge nicht für größere Sägen. 

 

Holzsägegatter der Klunkermühle Dienstedt

 

  

 

Mit der Einführung von Gusseisen und der Herstellung effizienter Wasserräder, konnte mehr Leistung erzeugt werden und somit auch Sägegatter mit mehren Sägeblätter angetrieben werden.

Sägegatter Sägemühle Gräfenroda

 

  Sägegatter der Sägemühle in Gräfenroda. Ausgestattet mit 13 Sägeblättern zum Sägen von Brettern.

 

 

 

Als Besonderheit befindet sich die Schwung- und Ausgleichsmasse am oberen Teil des Gatters. Normalerweise ist sie im Spähnekeller.

 

 

alle Fotos: Frank Blaß

 

In Grunde genommen, hat sich das Prinzip der Sägemühlen über die Jahrhunderte nicht geändert. Mit der Erfindung der Dampfmaschine, Verbrennungs- und Elektromotor standen andere, wesentlich effektivere, Energiequellen zu Verfügung.